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10.2.–16.4.2023
Eröffnung: Donnerstag, 9.2.2023, 19 Uhr

Ausstellung

Ilse Garnier

a e i o u

a e i o u ist die erste umfassende Einzelausstellung der Künstlerin und Poetin Ilse Garnier (1927, Kaiserslautern – 2020, Amiens) in Deutschland. Sie ist eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Akustischen, Visuellen und Konkreten Literatur und Kunst.

Geprägt durch die Erlebnisse des 2. Weltkriegs, suchte Ilse Garnier gemeinsam mit ihrem Mann Pierre in den 1950er Jahren nach einer neuen visuellen Sprache, die einer friedlichen und supranationalen Gesellschaft gerecht würde. Sie entwarfen das Konzept der Spatialen Poesie (poésie spatiale) als radikale Ausdrucksform, in der Sprache zum Material wird und der Raum in der Fläche den Text strukturiert. Ilse Garnier entwickelte neue Wortfiguren wie die ‚Kurve‘ oder die ‚Parabel‘, die sie über das Blatt als Passage in einen unbegrenzten Raum fortführte.

In den 1960ern wurden die Genres der Kunst revolutioniert und der Weltraum erforscht; es entstanden die Elektro-Akustische und Konkrete Musik. Das Werk der Garniers ist eng mit diesen Entwicklungen verknüpft, auch ihre Poesie wurde technischer: Sie erfanden Schreibmaschinengedichte als mechanische Gedichte. Überlagerungen aus lesbaren und unlesbaren Worten, Licht und Schatten oder minimale Verschiebungen der Abstände führte zu einer vollkommen neuen Dynamisierung von Text und Form. Darüber hinaus interessierte sich Ilse Garnier für einen polyphonen Umgang mit Vokalen und einem kontinuierlichen Wechsel der Sprachen Französisch und Deutsch.

Die Ausstellung konzentriert sich auf ausgewählte Arbeiten Ilse Garniers von den 1960er bis 80er Jahren. Neben der großformatigen Arbeit Fensterbilder sind weitere wegweisende Arbeiten wie Quartett, ein Zahlentext oder Rythme et Silence zu sehen. Auch die im letzten Jahr auf der Venedig Biennale gezeigte Arbeit Blason du corps féminin ist für die Ausstellung zentral. Die Entwürfe für ein Hüpfspiel oder das Puzzle-Alphabet verdeutlichen Garniers direkte Einladung, sich eine eigene Poesie räumlich und physisch zu erschließen.

Die Ausstellung ist der erste Teil einer Reihe von Projekten mit Künstlerinnen der Konkreten Poesie.

Kuratiert von Alex Balgiu und Anja Casser, initiiert mit Andrew Hunt.


Programm

bi (r ds

Von Puzzeln und Alphabeten
Workshop von Studio Latitude
(Calvin Kudufia & Moritz Schottmüller)
Freitag, 3.3.2023, 14–16 Uhr (für Kinder)
Donnerstag, 9.3.2023, 17–21 Uhr
Samstag, 25.3.2023, 11–14 & 15–18 Uhr

Passages—landscape and experience of the concrete poem
Symposium
Freitag, 10.3.2023, 18–20 Uhr
Samstag, 11.3.2023, 11–13 Uhr & 14–17 Uhr

Kurator:innenführungen
Mittwoch, 1.3.2023, 18 Uhr
mit Anja Casser
Freitag, 10.3.2023, 17 Uhr
mit Alex Balgiu [EN/DE]

Führungen
Mittwoch, 15.2.2023, 18 Uhr
mit Yvonne Fomferra
Mittwoch, 12.4.2023, 18 Uhr
mit Denise Rieflin



Gefördert im Impulsprogramm „Kultur nach Corona“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK).

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