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Freitag, 23.10.26, 19 Uhr

Veranstaltungen

„We are taking longer to this than I meant to…“ oder Immer Ärger mit Concept Art

Vortrag von Hans-Jürgen Hafner über das Zustandekommen von „Henry Flynt: Activities 1959-“


Catherine Christer Hennix, Version of Work Such That No One Knows What’s Going On (WSTNOKWGO), 1994. Foto: Rafael Jörger

Im Sommer 1961 erstmals von dem US-amerikanischen Komponisten, Künstler, Mathematiker und Philosophen Henry Flynt (Jg. 1940) formuliert, wenngleich erst 1963 in Form des gleichnamigen und um konkrete Fallbeispiele erweiterten Essays zu einer offiziellen Veröffentlichung gebracht, gehört Concept Art zu den sprichwörtlichen „harten Nüssen“ der jüngeren Kunst- und Ausstellungsgeschichte. Ohnehin erst in den letzten eineinhalb Jahrzehnten als legitime Anwärterin auf einen Platz im Kanon der künstlerischen Avantgarden akzeptiert, lässt sich Flynts Concept Art nicht ohne weiteres in die konventionellen kunsthistorischen Erzählungen eingliedern und widersetzt sich ihrer Musealisierung auch deshalb so hartnäckig, weil sich schlicht nicht so leicht fixieren lässt, was Concept Art – einerseits eine hochgradig sinnliche, aber auch skeptische Kunst, deren Material, laut Flynt, andererseits in „Konzepten“, mithin einer gewissen Sprachgebundenheit besteht – eigentlich ist.

Kein Wunder, dass es anders als im Falle der bereits seit den 1970er Jahren mit umfassenden institutionellen Weihen versehenen konzeptuellen Kunst, keine „Schule“ bzw. „-ismus“ der Concept Art gibt. Nehmen die explizit der Concept Art verpflichteten Arbeiten in Flynts eigenem, weitgespanntem Schaffen quantitativ betrachtet einen kleinen Umfang ein, hat er selbst nur einige Beiträge der schwedischen Komponistin, Künstlerin und Mathematikerin Catherine Christer Hennix (1948-2023) als seiner Genredefinition adäquat anerkannt. Stellt sich also wieder einmal die Frage: Was, zur Hölle, ist diese Concept Art, warum ist sie wichtig, und wer ist dieser Henry Flynt, dessen erste umfassenden institutionellen Ausstellungen überhaupt 2012 und 2013 in Deutschland, im Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen sowie im ZKM Karlsruhe zu sehen waren – dort u. a. auch in Verbindung mit Soundinstallationen von Hennix; diese hatte ihrerseits 2011 eine Jubiläumsausstellung zum 50. Geburtstag der Concept Art im Berliner Grimmuseum konzipiert.

Der Kurator der beiden Ausgaben von „Henry Flynt: Activities 1959-“, Hans-Jürgen Hafner, wird über das Zustandekommen dieses Projekts referieren, das erstmals einen breiteren Einblick in das ebenso vielfältige wie herausfordernde künstlerische Schaffen Flynts auch jenseits seines berühmt-berüchtigten Genres der Concept Art ermöglichte. Ein Schaffen, das als Projekt zu verstehen ist, zu dem Flynts verschiedene Aktivitäten etwa auch als Musiker und Philosoph beitragen – und das nach wie vor – und im allerbesten Sinn – problematisch ist.

Hans-Jürgen Hafner arbeitet als Ausstellungsmacher, Autor und Kunstkritiker. Zuletzt hat er zu der von Helmut Draxler kuratierten Ausstellung „Der große Michelangelo ist tot!“ in der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien ein Kapitel zum „Düsseldorfer Akademie-Krach“ beigetragen sowie zusammen mit Clemens Krümmel im kunstbunker Nürnberg die postume Ausstellung „Torsten Slama: Learning from Progress“ vorgelegt. Hafner schreibt u. a. für Spike, Texte zur Kunst und das Artzine InterCity. Zurzeit arbeitet er an einer Monographie über den Maler Klaus Merkel. 

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt. Der Eintritt ist frei.

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