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05.10.-02.12.2018
Donnerstag, 4. Oktober 2018, 19 Uhr

200 Jahre // Ausstellung & Symposium

Kathy Acker
GET RID OF MEANING

Symposium: 22. – 24. November 2018

GET RID OF MEANING ist die erste umfassende Präsentation der amerikanischen Avantgarde-Schriftstellerin, Punk-Poetin, Performerin und Stilikone Kathy Acker (*1947 New York City, gestorben 1997 in Tijuana, Mexiko). Das groß angelegte Rechercheprojekt umfasst eine Ausstellung mit ausgewählten Dokumenten, Fotografien, Skizzen, Musik- und Audioaufnahmen sowie Videos und Büchern aus Ackers persönlicher Bibliothek. Zudem findet ein dreitätiges Symposium mit internationalen Teilnehmern*innen aus Literatur, Theorie und Kunst statt. 

Von einem gewissen Gefühl der Ausgrenzung und Entfremdung geprägt, schrieb Kathy Acker revolutionäre Romane mit innovativen literarischen Techniken, die sie gänzlich selbst erfand. Mit stilistischer und inhaltlicher Radikalität widersetzte sie sich den Konventionen von Geschlecht, Rasse, Eigentum und Kapitalismus. Neben ihrem literarischen Werk schuf Kathy Acker ein performatives Ich, eine sorgfältig inszenierte Künstlerin-Persona, die in ihrer Unmittelbarkeit zugänglicher war als ihre oftmals komplexen und experimentellen Erzählungen.

Die Ausstellung betrachtet Kathy Acker aus der Perspektive ihres Schreibens. Anhand von vier Texten aus drei Schaffensphasen verknüpft GET RID OF MEANING Fragen zu Feminismus, Performance, Bibliophilie und zu der Verbindung zwischen bildender Kunst und Literatur. Eine Serie fotografischer Porträts, Buchcoverdesigns und Artefakte widmet sich Ackers performativen Strategien, die sich bereits in ihrem frühesten Werk offenbaren, das sie unter dem Pseudonym der „Black Tarantula“ veröffentlichte. Die Präsentation umfasst zudem Arbeiten der Künstlerinnen Eleanor Antin, Carolee Schneemann und Lynn Hershman Leeson, die auf Kathy Acker einen wichtigen Einfluss ausübten oder ähnliche Fragen zur Performativität und dem weiblichen Körper reflektierten.  

GET RID OF MEANING spürt Ackers Präsenz in ihren Texten und ihrem performativen Selbst nach und zeigt, wie zukunftsweisend ihre Ansätze waren und die aktuellen Diskussionen um Geschlecht, Macht und Identität vorwegnahmen. Wie Kathy Ackers subversive Erzählungen so kann auch dieses Projekt keinen vollständigen Überblick oder eine an sich geschlossene Narration bieten. Stattdessen offeriert das Projekt lediglich Hinweise, Fragmente und Einblicke in ein revolutionäres Werk, dessen neue ästhetische Formen zugleich neue Technologien des Selbst entwerfen.

Kuratiert von Matias Viegener, Anja Casser
Ausstellungsdesign: Fotini Lazaridou-Hatzigoga

Das Symposium findet in Kooperation mit dem Englischen Seminar / Fachbereich Amerikanische Literatur und Kulturwissenschaft der Universität Köln statt. 

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