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23.10. – 29.11.2020
Eröffnung: Donnerstag, 22. Oktober, 18–22 Uhr

Ausstellung

Bad Readings

Bad Reading Group: Jandra Böttger, Elio J Carranza, Severin Geißler, Diane Hillebrand, Bruno Jacoby, Cécile Kobel, Mathias Lempart, Arootin Mirzakhani, Moritz Nebenführ, Esther Poppe, Johanna Schäfer, Tatjana Stürmer, Yana Tsegay

Bad Readings zeigt Manifestationen affektiver und körperlicher Modi der Ausstellungserfahrung, die während eines im August 2020 von Diane Hillebrand einberufenen Workshops am Badischen Kunstverein entstanden. Abseits normierter und normalisierender Rezeptionsmuster näherte sich die Bad Reading Group der Ausstellung If It’s For The People, It Needs To Be Beautiful, She Said des Künstlers Jeremiah Day, die während der ersten Jahreshälfte im Kunstverein zu sehen war.

Ein Stottern, eine abwegige Interpretation, das Gefühl der Langeweile beim Lesen eines kanonischen Texts – „At one time or another, everyone has been a bad reader“, schreibt Tyler Bradway. Das Ausstellungsprojekt adaptiert dessen aus der Literaturkritik kommenden queer- und affekttheoretischen Ansatz und versteht Exponate, Besucher*innenkörper, Gebäude, Raum, Texte und Grafik als Bestandteile eines kuratorischen „Texts“. Auf diese Weise können Ausstellungen auf ihre Lesbarkeit hin befragt und neue, illegitime Modi des Lesens ausprobiert werden. Es gilt, diese Verfehlungen als Erkenntnisse umzudeuten, treffende Missverständnisse und performative Unterlassungen zu produzieren und diese räumlich, gedanklich und körperlich zu manifestieren, um so die Grammatik des Kuratorischen in eine produktive Krise geraten zu lassen.

Mit (szeno)grafischen, künstlerischen und darstellenden Mitteln unternimmt Bad Readings eine vielstimmige Kritik und zitathafte Wiederholung der Ausstellung von Jeremiah Day, der gezeigten künstlerischen Praxis und ihrer kuratorischen Vermittlung. Unterschiedlichste Leseerfahrungen der Ausstellung drücken sich in Briefen und künstlerischen Arbeiten aus, die die Bad Reading Group während ihrer Ausstellungslektüre verfasste. Diese thematisieren einerseits strukturelle Probleme des Ausstellungsmachens, andererseits werden Details der konkret erfahrenen Ausstellung adressiert. Die Briefform umschließt persönliche Erfahrungen, kommt kritischer Distanz zuvor, ist unsachlich, intim oder aggressiv.

Die Ausstellung ist am Eröffnungstag ab 18.00 Uhr geöffnet. Die Begrüßung durch Diane Hillebrand findet um 19.00 Uhr statt, im Anschluss wird es ein Vorwort von Cécile Kobel und eine Rede von Arootin Mirzakhani geben. Die Besucher*innenzahl ist auf 50 Personen begrenzt, wir bitten um Anmeldung unter: info@badischer-kunstverein.de

Um 21.00 Uhr findet eine Performance von Yana Tsegay in der Ausstellung statt. Die Besucher*innenzahl ist auf 20 Personen begrenzt, wir bitten um Anmeldung unter: info@badischer-kunstverein.de

Konzept & Szenografie: Diane Hillebrand
Ein Diplomprojekt im Fachbereich Ausstellungsdesign und Szenografie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe in Kooperation mit dem Badischen Kunstverein Karlsruhe.

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